Die SG zu Besuch bei den Lundaspelen in Schweden

Wie es mittlerweile schon fast Tradition ist, reisen einige Teams der SG Kappelwindeck/Steinbach zwischen Weihnachten und Neujahr in den hohen Norden. 2018 ging es rekordverdächtig mit fünf Teams an den Start, u.a. die C-Jugend männlich. Das war das erste Mal Überhaupt, dass auch ein männliches Team die Reise nach Schweden zu den Lundaspelen auf sich nimmt. Vorarbeit für dieses Projekt wurde durch diverse Eintütaktionen und Verkäufe geleistet, die die Mannschaftskasse kräftig aufgefüllt haben.

Manch einer fragt sich vielleicht, warum man zum Handballspielen jetzt unbedingt nach Schweden muss?! Ich denke, dass zumindest alle, die dabei waren, kapiert haben, warum wir genau dorthin gehen. Dort wird Handball richtig gelebt, vielleicht vergleichbar mit einer Fußball-WM bei uns. Die Mädels haben dort ganz andere Arenen kennengelernt, eine neue Handballkultur, bei der mit Sicherheit das Regelwerk und die teilweise sehr harte Spielweise für die ein oder andere gewöhnungsbedürftig war. Und dass so ein Turnier natürlich nicht nur handballerisch eine Bereicherung ist, sondern auch das Kennenlernen von verschiedenen Kulturen, aber auch immer wieder das zwischenmenschliche in der so großen Gruppe eine besondere Herausforderung ist, macht das Ganze aus!
Unser „Projekt Schweden“ startet am 25.12 gegen 22 Uhr. Mit dem Reisebus und einem Kleinbus ging es in Richtung Norden. Pünktlich um Mitternacht wurde mal wieder Geburtstag gefeiert – Helena Klöpfer ist wie jedes Jahr die Glückliche. Gegen Mittag am 26.12 kamen wir an. Die 54 Jugendlichen und 7 Betreuer richteten sich in ihrer Unterkunft (Järnakraskolan) ein. Untergebracht waren wir in einer Schule, in der jede Mannschaft sein Klassenzimmer hatte. Von dort aus konnten wir bequem zu Fuß das Abendessen erreichen, alles hergerichtet in den Kantinen der Ganztagsschulen.

Um 20 Uhr pilgerten wir zur Eröffnungsfeier der Lundaspelen. Die Nationen wurden vorgestellt und einige Akrobatikeinlagen, eine Feuer-Show und viel Gesang wurden uns präsentiert. Mit anschließend kleiner Klassenzimmerparty für Sorija Vong, unser zweites Geburtstagskind, ging es weiter.

Am 27.12 ging es dann auch auf den Handballbühnen für alle Teams los. Die Jüngsten (13 und jünger) starteten überraschend mit Sieg und Unentschieden in den Wettbewerb. Angesichts der sehr starken Vorrundengruppe wirklich bemerkenswert. G15 (Jahrgang 2003 und jünger) startete mit einem äußerst turbulenten Spiel gegen den Heimverein Lugi ins Turnier. Gleich zwei rote Karten – gegen Lucy Klingler und Trainer Siggi Oser – ließen die Halle mal richtig aufleben. Überraschend souverän gestalteten die Mädels die Schlussphase und gewannen souverän mit 17:11. Helena Klöpfer gab nach schwerer Schulterverletzung erfolgreich ihr Debüt. Das zweite Gruppenspiel verlief vergleichsweise entspannt und deutlich (25:4). Ebenso erfolgreich starteten die G16 (2002 und jünger) und G19 (1999 und jünger) Mädels ins Turnier mit zwei Siegen. Die Jungs erwischte es am ersten Turniertag etwas dicker und verloren ihre beiden ersten Gruppenspiele. Dennoch ein durchaus vielversprechender erster Tag ging zu Ende.

Der 28.12 sah ganz ähnlich aus, besonders ähnlich erfolgreich. G13 schloss ihre Gruppe auf dem zweiten Platz ab (ein Sieg und eine Niederlage am zweiten Tag), die Jungs feierten ihren ersten Sieg, G16 gewann ihre beiden Spiele. G15 spielte um den Gruppensieg gegen Linköping. Auch dieses Spiel war an Dramatik kaum zu überbieten: den Start total verschlafen und dann mit sämtlichen Kräften auf ein 14:14 zu Ende gespielt – mit großer Unterstützung von den herbeigeeilten G19-Mädels, die ihre Gruppe erfolgreich auf dem zweiten Gruppenplatz abschlossen. Also kaum zu glauben wie gut wir ins Turnier fanden.

Lisa Schipper: Eine der Erfolgsgarantinnen beim 14:14.

Die ersten beiden Tage waren wahrscheinlich zu erfolgreich, als dass es einfach so weitergehen konnte… alle Teams, die in ihrer Gruppe unter den ersten beiden landeten, qualifizierten sich für die A-Playoffs, die eine KO-Runde darstellten. Als erstes verabschiedete sich G13 im Achtelfinale ganz knapp mit 10:11 gegen das schwedische Team aus Kävlinge, wenig später G16 gegen einen starken Gegner Rudersdal Handbold ganz knapp mit 13:14. Da wäre eindeutig mehr drin gewesen, aber eine nachlässige Abwehr und Chancenverwertung reichen auf so einem Niveau nicht. Die Stimmung war nach diesen beiden Niederlagen sichtlich geknickt. Nun war unsere ganze Hoffnung auf den restlichen drei Teams, die noch im Rennen waren. Aber an diesem Tag sollte es einfach nicht sein. G19 spielte wurde ein reguläres Tor 5 Sekunden vor Ende aberkannt, sodass zum Penalty-Werfen kam, wo wir das Glück nicht auf unserer Seite hatten. Nun war G15 noch im Rennen. Ein dramatisches Spiel, welches nach regulärer Spielzeit 14:14 endetet, konnten wir im Penalty-Schießen mit 17:16 für uns entscheiden. Da war die Erleichterung so zu spüren! Das so ein Spiel wahnsinnig Kraft gekostet hat, zeigte sich im Halbfinale. Gegen einen sehr guten Gegner zogen wir leider den Kürzeren und der Traum einer Finalteilnahme eins weiblichen Teams platzte! Die Jungs hielten die Fahnen in den B-Playoffs noch hoch, bis auch Ihnen im Viertelfinale die Kräfte ausgingen.

Unsere sicherste 7m-Schützin in G15 und G16 – Saskia Vogel

Franka Riedl: einer der wichtigsten Größen in G16, der B1 wJBWOL.

Eine Finalteilnahme gab es in diesem Jahr leider nicht. Ich als Trainerin – und da kann ich mit Sicherheit für das ganze Trainerteam sprechen – bin aber glücklich, wenn man die tolle Entwicklung der einzelnen Mädels und Jungs innerhalb von weniger Tage beobachten kann. Das macht Schweden aus und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dass wir auch gegen sehr starke Gegner aus Dänemark und Schweden uns keineswegs verstecken müssen, ist nur ein Indiz dafür, was unsere Mädels und Jungs hier in Deutschland Tag für Tag für ihre Entwicklung tun!
Danke an Alle, die diese Reise ermöglicht haben! Angefangen von meinen Trainerkollegen, Familie Bönte, die uns den Kleinbus zur Verfügung gestellt hat, über alle Eltern, die dieses Projekt unterstützt haben, und das nicht nur finanziell. Und ganz zum Schluss ein Riesendankeschön an meine Mädels, die dies Fahrt mal wieder unvergessen gemacht haben!
@ sd

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