Er ist ein „Ur-Steinbacher Spieler“ und Handball liegt quasi in seiner Familie: Sebastian Fischer. Die „alten Steinbacher“ in Kreise der ersten Mannschaft erinnern sich noch gerne an die unterhaltsamen Trainingseinheiten mit Sebastian und seinem Bruder David. Der Rückraumspieler mit dem gefürchteten Unterarmwurf ist inzwischen in Stuttgart handballerisch aktiv, den Kontakt zur SG, der ersten Mannschaft und speziell Fabian Braun gibt es natürlich immer noch.

Früher beim SR Yburg und dann bei der SG Kappelwindeck/Steinbach war er lange Bestandteil der ersten Herrenmannschaft, die heutigen Trainer Sandro und Markus Ullrich sind ihm daher auch nicht unbekannt. Daher liefert er auch interessante Einblicke, mit etwas Abstand, auf die aktuelle Saison bei den Herren – aber auch zu den Damen.

Du warst ja lange Spieler der ersten Herrenmannschaft. Wie siehst du die Saison bisher? Überrascht dich der Erfolg?
Nein eigentlich nicht, wobei Jörg mir beim ersten Spiel in Grossweier gesagt hat, dass das Ziel nur der Klassenerhalt sein kann – da lag er wohl genauso daneben, wie bei seinen komischen Fußballvereinen. Mittlerweile scheint sich die Mannschaft jedoch gefunden zu haben und vor allem Fabian Braun überrascht mich mit seiner Treffsicherheit beim 7-Meter.

Sandro und Markus sind für dich (auch als Trainer) keine Unbekannten. ‚Wurmt‘ es dich nicht ein wenig, dass du vor der Saison beruflich wegziehen musstest und jetzt nicht mit ihnen trainieren kannst? Und wie siehst du ihre Trainerarbeit diese Saison?
Zunächst würde ich das „musstest“ streichen, denn so ein bisschen Abstand tut auch mal ganz gut. Von dem abgesehen ist es natürlich schon ein bisschen Schade dass die beiden ausgerechnet jetzt als Trainer tätig sind, denn ich hab Markus schon öfters versucht zu überzeugen endlich wieder im Herrenbereich aktiv zu sein. Im Sommer war ich einige Male im Training und meiner Meinung besteht das Training aus der richtigen Mischung aus Handballverständnis, Fitness und vor allem Lockerheit und Spaß, was in den letzten beiden Jahren definitiv zu kurz kam und auch nach 22 Uhr scheint die Stimmung sehr gut zu sein.

Du bist ja selbst mit deinem neuen Verein, dem TuS Stuttgart, aufgestiegen. Glaubst du, dass auch die SG aufsteigen wird?
In der Tat, nach der der unglücklichen letzten Saison in der ich bis zu meinem Kanbeinbruch bei keinen einzigen Punktgewinn auf der Spielfeld stand, tut eine Aufstiegssaison natürlich gut. Beim Blick auf das Restprogramm der SG sollte das mit dem Aufstieg klappen. Fabian Braun hat ja auch bereits eine Feier organisiert. Jedoch wird es nächstes Jahr sicher schwer werden, denn der Sprung zur Südbadenliga scheint immer größer zu werden.

Auch der Damenhandball ist weiterhin erfolgreich. Glaubst du die Damen können sich langfristig in der BWOL platzieren? Und wie siehst du den Damenhandball allgemein in der SG?
Natürlich verfolge ich auch regelmäßig die Spiele der Damen – meist über den Online-Spielbericht. Ich glaube, dass es mittelfristig auch noch eine Liga nach oben gehen kann. Ganz allgemein ist der erfolgreiche Damenbereich für die SG natürlich positiv, wobei ich mir wünschen würde dass auch die männliche Jugend eine ähnlich intensive Betreuung erhält. Daher bin ich auch froh, dass Markus sich wieder um die Herren kümmert, was sich sicher auch in dem ein oder anderen Bier nach Trainingsende niederschlägt. 😉

Welcher Spieler oder Trainer hat dich in deiner Handballzeit am meisten beeindruckt (oder geprägt)?
Ohje da gab es viele, als Jugendspieler erinnere ich mich noch gut an das Legendenspiel von Giggs gegen Sandweier, ansonsten durfte ich mit Erdu, Fitze und Hermann Fahner noch zusammen spielen. Letzterer war auch nach Peter Hochstuhl mein zweiter Trainer im Seniorenbereich. Beide haben es sehr gut verstanden den Teamgeist zu fördern. Dies ist aus meiner Sicht auch eine sehr wichtige Fähigkeit eines Trainers. Genau das scheint auch der Schlüssel zum Erfolg in dieser Saison zu sein, denn nach anfänglichen Schwierigkeiten, habe ich das Gefühl, dass die Mannschaft sehr gut zusammenhält, was ich von den letzten beiden Jahren nicht uneingeschränkt behaupten kann.

Wie fühlt es sich an als Badner in einer schwäbischen Mannschaft zu spielen? Wir haben ja gehört, du warst (zumindest zu Beginn) als Abwehrspezialist im Einsatz.
ja das stimmt, diese Qualität wurde in Steinbach jahrelang übersehen. Aber mittlerweile Spiele ich auch ab und zu im Angriff. Ansonsten passt das schon, denn die meisten meiner Teamkollegen sind Studenten und kommen daher nicht zwangsläufig aus dem Schwabenland. Dennoch bin ich zuversichtlich eines Tages nochmal das Trikot der SG zu tragen.

Eines der letzten Mannschaftsfotos des SR Yburg. Sebastian trägt dort die Nummer 6.