SG-Mädels erkämpfen im Wechselbad der Gefühle nach sensationeller 1.Halbzeit und Rückstand kurz vor Schluss noch ein Unentschieden!

Die erneut zahlreich mitgereisten Fans und SG-Trommler staunten angesichts des Turbo-Startes der SG-Frauen nicht schlecht und rieben sich in den ersten 20 Minuten wahrscheinlich ebenso die Augen, wie die eigenen Offiziellen auf der Bank, die einen so noch selten erlebten Blitzstart des eigenen Teams, genießen durften. Dabei standen vor Spielbeginn die Zeichen nicht besonders gut: Neben den privat, bzw. beruflich verhinderten Zoe Bürger und Celine Baier sowie der verletzten Fitore Aliu, mussten krankheitsbedingt auch kurzfristig Karen Klöpfer und Franka Riedl passen, was die Personaldecke so dünn wie nie zuvor in dieser Saison werden ließ.

Die in der Anfangsphase wie aufgedreht wirkenden, jungen Rebländerinnen kamen aber dennoch super in die Partie, zeigten eine 3:2:1 Abwehr vom Feinsten und hatten mit Svenja Wunsch eine Torhüterin im Kasten, die ebenfalls hellwach war und neben etlichen Paraden auch noch zwei 7-m abwehren konnte. Mit etlichen Ballgewinnen ging dann mit unheimlich viel Tempo „die Post ab“ und die explodierende Anna Bönte am Kreis, sorgte mit den gut aufgelegten Youngsters Stephi Elies und Nadja Kaufmann für teilweise überragend herausgespielte Treffer
So stand in der 8. Minute bei der ersten Auszeit des SVA Trainers der Spielstand von 2:7 auf der Anzeigetafel. Diese Maßnahme fruchtete erst einmal kaum, die SG Steinbach/Kappelwindeck zeigte die beste Spielphase der Saison und kam durch weiter tolle Abwehrarbeit, von Anna Bönte im Zentrum, Franzi Manz auf der Spitze aber auch den A-Juniorinnen – Jülg, Kaufmann und Elies weiter zu sehenswerten Treffern. Dies zwang Trainer Lebherz in der 20. Minute beim 4:12 Zwischenstand erneut die grüne Karte zu ziehen.

In der Folge konnten die favorisierten Bodensee-Frauen nun mehr Zugriff auf das Spiel gewinnen und kamen ergebnistechnisch sukzessive näher heran. In dieser Phase musste allerdings nun sowohl Anna Bönte nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit ihrer blutenden Gegenspielerin ebenso vom Feld, wie die bis dato überragende Stephi Elies, die sich ebenfalls verletzte. Somit durfte die Jüngste im Kader, die 16 jährige Ariane Pfundstein als letzte verbliebene Wechselspielerin, weitere 3.Liga Erfahrungen sammeln, was sie gemeinsam mit den beiden 20-jährigen, Karla Höhne und Janina Horn, auch richtig gut machte. Auch Nathalie Kern zeigte in dieser Phase beherzt ihre Qualitäten und konnte erfolgreich vom Rückraum einnetzen.
Dennoch war man in dieser Phase (vor allen Dingen gegen eine unheimlich aufdrehende und clevere Sarah Rothmund beim Gegner) nicht konsequent genug im Zweikampf, was letztlich die Gastgeber zur Pause auf 10:14 aufschließen ließ.

Die willkommene Halbzeit wurde nun genutzt, um sowohl die Verletzungen durch Uli Droll zu versorgen, gaben aber auch dem Team und Trainerduo Bauer/Manz die Gelegenheit, erst wieder einmal durchzuatmen und an einigen „Stellschrauben zu drehen“. So startete man in die 2. Hälfte mit dem festen Vorsatz, trotz des Negativlaufs vor der Pause, den Faden möglichst schnell wieder zu finden.
Leider blieb dies eher ein Vorsatz. Man suchte in der Anfangsphase der 2.Hälfte zu früh Entscheidungen aus ungünstigen Wurfpositionen, scheiterte auch sonst mit einigen Abschlüssen, und lud den Gegner damit selbst zu Ihrem Konterspiel ein, was der SVA dann in 5 Minuten zur, vom heimischen Publikum umjubelten Führung, zum 15:14 nutzen konnte. Ab dem 17:15 blieb nun die routinierte Truppe des Gastgebers am Drücker und nicht wenige Zuschauer verloren nun etwas den Glauben an einen Überraschungserfolg der SG Mädels. Hätte man sich vielleicht vor einigen Monaten noch eher der nun drohenden Niederlage hingegeben, blieb die dezimierten Mannschaft, nun wieder mit Bönte und Elies aber überraschend kampffreudig und wehrte sich mit allen Mitteln. So kam man plötzlich wieder durch Höhne, Kaufmann und einen erfolgreichen Strafwurf von Elies heran, bevor Janina Horn einen spektakulären Abwurf von Svenja Wunsch gerade noch fangen konnte und erneut beim 21:22 die Führung bejubelte.

Jetzt zeigte sich allerdings auch die Cleverness des ehemaligen Zweitligisten und die Gastgeber konnten erneut mit 25:23 in Führung gehen, wobei in dieser Phase die sonst gut leitenden Schiris bei etlichen 7m Entscheidungen nicht gerade wohlwollend für die SG ahndeten.

In einer letzten Auszeit, waren nun nochmals Kevin Bauer und Arnold Manz gefordert, als man in den Schlussminuten abwechselnd mit „Manndeckung“, wie auch mit einer offensiven 3:3 Formation agierte. 90 Sekunden vor Schluss erzielte Elies mit ihrem 11. Treffer den Ausgleich, dem der SVA aber postwendend die erneute Führung 50 Sekunden vor Schluss folgen ließ.
25 Sekunden vor der Schluss-Sirene, war es einmal mehr Nadja Kaufmann vorbehalten, in ihrer unnachahmlichen Art die richtige Lücke beim Gegner zu finden, und das erlösende und wohlverdiente 26:26 zu markieren.

Auch wenn angesichts der famosen 1. Halbzeit ein Sieg natürlich zum Greifen nah war, darf man sich dennoch letztlich über den überraschenden Punkt auch freuen, der vielleicht in der Endabrechnung der Saison zum „Bonus-Punkt“ werden könnte.

Die Form des blutjungen Teams zeigt nach den letzten Partien mit 5:3 Punkten eindeutig nach oben. Gerade die Youngsters bewiesen zuletzt, dass man sich nach und nach auf allen Positionen an das Niveau der 3.Bundesliga gewöhnt hat und inzwischen nicht nur phasenweise auf Augenhöhe mit den Topteams agieren kann.

Dies sollte auch die Marschroute für das kommende Wochenende sein, wenn man beim nächsten Heimspiel (Sonntag, 15.3. 15 h – Sportschule Steinbach), den starken Aufsteiger TSV Wolfschlugen empfängt, der mit 21:13 Punkten immer noch Kontakt zur Spitzengruppe der Tabelle hat. Letztlich haben die Mädels um Nathalie Kern und Franzi Manz aber wahrhaftig gezeigt, dass man gewillt ist, den schweren Kampf um den Klassenerhalt in jeder Faser anzunehmen.

Tor: Olivia Blandl, Svenja Wunsch
Feld: Nathalie Kern (1), Franzi Manz, Janina Jülg, Janina Horn (1), Anna Bönte (4), Nadja Kaufmann (8/1), Ariane Pfundstein, Stephi Elies (11/4), Karla Höhne (1),

Bericht: Drulli

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