B-Mädels bei den internationalen Lundaspelen in Schweden mit 842 Mannschaften

Schon länger hatten die Mädels den Wunsch am größten Handballturnier der Welt, in Lund Schweden, teilzunehmen.

Dieses Jahr hat es endlich geklappt und ein großer Reisebus machte sich zusammen mit den SG C-Mädels und C-Jungs auf die 1200km weite Fahrt. Am Turnier nahmen 842 Mannschaften mit insgesamt fast 10.000 Spielern aus 17 Ländern in 22 Altersklassen teil. Gespielt wurden, an fünf Tagen, 2.663 Partien in 42 Hallen. Die Spielzeit betrug 2×15 Minuten mit einer kurzen Halbzeitpause von einer Minute. Untergebracht waren die Spieler und Trainer in Schulen in Lund und Umgebung.

1. Turniertag:

SG – VfL Oldenburg   13:18 (6:8)  

Schon vor dem ersten Spiel war klar, dass das Auftaktspiel kein Zuckerschlecken werden würde. Oldenburg spielt genauso wie die B1-Mädels in dieser Saison in der Jugendbundesliga, allerdings stehen sie wie die SG nach der Vorrunde noch punktlos am Tabellenende. Die SG-Mädels begannen etwas nervös und konnten erst in der vierten Minute das erste Tor durch Laura Merkel zum 1:2 erzielen. Die Mädels waren jetzt aber im Spiel und über 4:5 hielten sie gut bis zum Halbzeitstand von 6:8 mit. In der einminütigen Pause fand das Trainerteam wohl die richtigen Worte, denn Emma Gerber und Maren Ruschmann stellten schnell auf 8:8. Beim 11:12 durch Lene Kuderer war noch alles offen, doch dann konnte Oldenburg vier Tore in Folge erzielen. Diesen Rückstand konnten die Rebländerinnen leider nicht mehr aufholen und die Partie endete mit einer Niederlage.

SG – Ajax København   9:8 (5:5)   

Es war das erste Spiel für den namhaften Gegner, deshalb hatte man leider keine Informationen über deren Spielweise. Schnell lagen die SG-Mädels mit 0:2 zurück, sie kämpften sich aber danach ins Spiel und Fiona Huck konnte in der zehnten Minute den 3:3 Ausgleich erzielen. Mit 5:5 ging es in die kurze Halbzeitpause, danach konnten die Rebländerinnen sogar kurzzeitig mit zwei Toren (8:6) in Führung gehen. Allerdings blieb das Spiel auf Messers Schneide und es war klar, dass es bis zum Schluss spannend bleiben würde. Kurz vor Ende stand es 8:8 und København verlor den Ball ins Aus. Elisabeth Berecz reagierte blitzschnell und brachte zehn Sekunden vor Ende den Ball zurück ins Spiel. Lene Kuderer startete einen Schnellangriff und versenkte diesen mit dem Schlusspfiff zum viel umjubelten Siegtreffer im Tor. Ein wichtiger Sieg gegen einen starken Gegner aus der Hauptstadt Dänemarks.

2. Turniertag:

SG – Skövde HF I   13:11 (8:7)       

Tag zwei startete für die B-Mädels erst am Abend, dadurch bot sich den Fans die Chance die Stadt Malmö zu besuchen. Skövde, der erste Gegner aus Schweden für die SG, hatte an Tag 1 seine beiden Spiele gegen Oldenburg und Ankaret II gewonnen und brillierte mit nordischem Tempohandball. Für die SG war klar, dass nur ein Sieg die Chance auf das A-Playoff erhalten konnte. Die SG-Mädels starteten, lautstark unterstützt durch die C-Mädels, hellwach in dieses Spiel und machten sofort klar, dass sie sich diese Chance nicht so leicht nehmen lassen würden. Das Spiel wogte hin und her und man ging mit einer 8:7 Führung in die Pause. Die zweite Hälfte wurde von einer bärenstarken Abwehr der SG geprägt. Die B-Mädels schafften es immer wieder die Schnellangriffe der Schwedinnen zu unterbinden und sie mit einer offensiven Abwehr vor große Probleme im Positionsangriff zu stellen. Eine Minute vor dem Ende führte man 12:11, als Emma Assall die eingelaufene und freistehende Lea von Au am Kreis fand, die kompromisslos den Ball im Tor versenkte. Den Gegnerinnen blieben nun nur noch 30 Sekunden, aber auch ein letzter Durchbruch wurde mit einer Glanzparade von Melissa Beganovic im Tor entschärft. Damit war das Spiel mit 13:11 entschieden und die Schlusssirene ging im Jubel der SG Anhänger unter.

SG – HK Ankaret II   14:12 (8:6)  

Das letzte Spiel der Vorrunde gegen den Tabellenletzten der Gruppe sollte nach den Ergebnissen vom Vortag leichter werden. Aber leider weit gefehlt, denn der verbesserte schwedische Gegner machte es den B-Mädels, die einen weiteren Sieg für die A-Playoffs benötigten, schwer. Es gelang nie, über die gesamte Spielzeit hinweg, sich entscheidend ab zu setzen. In diesem Spiel waren es immer wieder Fiona Huck und Hannah Verscht, die den Gegner mit schönen Toren zumindest etwas auf Abstand hielten. Kurz vor Schluss führten die SG-Mädels nur noch mit einem Tor und ließen sich im Angriff immer wieder clever festmachen, was immer mehr Zeit von der Uhr nahm und zu Freiwürfen führte. Einer dieser nutzte Lene Kuderer zu einem schnellen Pass auf Laura Merkel, die mit einem Emma Assall Move an der Abwehr vorbei ging und zum 14:12 Siegtreffer einnetzte. Mit diesem Sieg war klar, dass die A-Playoffs geschafft sind, da sich Ajax København und Skövde HF I im letzten Spiel gegenseitig die Punkte weg nehmen würden. Da bei Punktgleichheit das Torverhältnis und nicht etwa der gewonnene direkte Vergleich zählte, ging die SG als Zweiter, hinter København, die gegen Skövde gewonnen hatten, in die KO-Spiele.

3. Turniertag – KO-Runde:

1/16 Finale:   SG – AIK   13:12 (9:4)     

Im Sechzehntelfinale ging es am nächsten Tag früh um 9 Uhr gegen die nächste schwedische Mannschaft, diesmal aus der Nähe von Stockholm, los. Hatte man die beiden letzten Tage außerhalb von Lund gespielt, so waren die Spiele heute zumindest in einer Halle in Lund. Allerdings war die Halle so klein, dass gerade ein Handballfeld darin Platz hatte und sich die Füße der Auswechselspieler auf der Bank im Feld befanden. Der Gegner war mit einer beeindruckenden Bilanz von vier Siegen und einer Tordifferenz von +54 als Erster seiner Gruppe in die A-Playoffs eingezogen. Das alles schreckte die SG-Mädels aber keineswegs ab, getreu dem Motto: „Es reicht wenn wir nach dem Spiel eine Tordifferenz von +1 haben!“ Sie starteten, trotz der frühen Uhrzeit, hellwach in die Partie und gingen schnell durch zweimal Emma Assall und einmal Frieda Frey mit 3:1 in Führung. Bis zur Pause spielten die Mädels wie aus einem Guss und gingen durch ein Tor von Emma Gerber zum 9:4 mit fünf Toren Vorsprung in die Halbzeit. Dieser Abstand blieb über Tore von Dina Ghafori zum 11:7 und Tuana Gökce zum 13:8 bis zur 26. Minute weitgehend gleich, auch die Torhüterinnen konnten sich, wie auch in Halbzeit 1, immer wieder mit Paraden auszeichnen. Eine Zeitstrafe gegen die SG führte dann zu einer plötzlichen Aufholjagd der Schwedinnen. Zwei Minuten vor Ende war der Vorsprung auf zwei Tore geschmolzen. Die Verletzung von Lene Kuderer, ein vergebener Siebenmeter und eine weitere Zeitstrafe sorgten 15 Sekunden vor Ende für den Anschlusstreffer AIKs. Die SG-Mädels ließen dann aber clever die Uhr herunter laufen und das Weiterkommen war etwas glücklich gesichert.

1/8 Finale:   SG – SG Hamburg-Nord   12:19 (7:10)  

Hamburg-Nord war durch die Teilnahme an der Vorrunde in der Elitegruppe 1 schon für das Achtelfinale gesetzt. Auch hatten sie die Meisterrunde in der aktuellen Jugendbundesliga Saison nur knapp verpasst. Es war also klar, dass dies die schwierigste Aufgabe bisher im Turnier für die SG-Mädels werden würde. Der SG-Fanblock hatte mittlerweile die Trommler und Fans der JSG Westfalen kennen gelernt, die jetzt lautstark die SG mit unterstützten. Die B-Mädels waren top motiviert und starteten konzentriert mit Maren Ruschmann auf der Mitteposition ins Spiel. Über die Spielstände 2:2 und 4:5 blieb die SG zu Beginn im Spiel, bis zur Pause konnte Hamburg dann aber leicht auf 10:7 erhöhen. Mit Beginn der zweiten Hälfte machte sich dann so langsam der Kräfteverschleiß des bisherigen Turniers bemerkbar, denn den Rebländerinnen fiel es immer schwerer die superschnelle 1. und 2. Welle der Hamburgerinnen zu unterbinden. Man gab aber nie auf, auch nicht als Hamburg-Nord zwischenzeitlich auf sechs Tore davon zog. Bianca Satir zum 11:16 und Emma Assall zum 12:17 waren es, die die letzten Tore für die SG in diesem Spiel bzw. Turnier beisteuerten. Trotz der 19:12 Niederlage eine super Leistung der SG-Mädels gegen einen starken Gegner, der im Halbfinale den amtierenden deutschen B-Jugend Meister HC Erlangen mit 28:16 abfertigte und sich erst im Finale dem schwedischen Team IK Sävehof knapp geschlagen geben musste.


 

Dieses Turnier ist auf jeden Fall als toller Erfolg für die B-Mädels zu verbuchen, denn schon Platz 2 in dieser starken Vorrundengruppe war aller Ehren Wert. Alle Mädels kamen auf ausreichend Spielzeit und jede konnte sich zumindest einmal in die Torschützenliste des Turniers eintragen. Man konnte sehen was man alles mit Spaß am Handball, Leidenschaft, Kampf- und Teamgeist erreichen kann. Diese positiven Dinge und Gefühle gilt es jetzt mit in die Rückrunde zu nehmen, um in der Jugendbundesliga Pokalrunde (B1) und in der Oberliga (B2) wichtige Punkte mit zu nehmen und vielleicht in der Tabelle ein paar Plätze hoch zu klettern.

Abschließend geht noch ein großes Dankeschön an die SG, die Planer, Trainer und Begleiter ohne die dieses Turnier und die super Zeit in Schweden für die Mädels nicht möglich gewesen wäre. Auch ein Dankeschön an alle Geldspenden über die Volksbankaktion „Aus Liebe zur Region“ und auch an die Cité für den Proviant. Danke!

Für die SG spielten:

Melissa Beganovic (Tor),  Elisabeth Berecz (Tor), Maren Ruschmann, Emma Assall, Emma Gerber, Laura Merkel, Dina Ghafori, Fiona Huck, Lene Kuderer, Frieda Frey, Hannah Verscht, Lea von Au, Bianca Satir, Tuana Gökce

Offizielle: Klaus Kuderer, Daniela Huck